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Themen
22. Sep, 2021 11:00 – 29. Sep, 2021
Gustaf-Gründgens-Platz
»Live-in Lab | Workshops«

Diskussion Archiv Leben Workshops

»Plastische Demokratie. Die Formen des Wir« ist ein internationales und kollaboratives Labor im Rahmen des Jubiläumsprogramms »beuys 2021«. Von Juni bis September 2021 entfaltet es sich im öffentlichen Raum von Düsseldorf und online. Das finale Live-in Lab findet vom 22. – 29. September in der von raumlaborberlinentworfenen experimentellen Architektur vor dem Düsseldorfer Schauspielhaus auf dem Gustaf-Gründgens-Platz statt. Über den Zeitraum von einer Woche werden in fünf unterschiedlichen Workshops die Protokolle des demokratischen Stadtmachens hinterfragt, in demokratie theoretischen Ateliers werden neue kollektive Formen des Zusammenlebens erforscht und in künstlerischen Aktionen erprobt. Eingeladene Residents und Chronicler werden wie freie Radikale das Live-in Lab in ihrer eigenen Formensprache begleiten. Die offene Raumstruktur lässt Situationen des gemeinsamen Arbeitens, Kochens und Lebens mit dem Stadtraum verschmelzen und wird zum Ort der Begegnung und Konversation. Ela Kagel, Tomma Suki Hinrichsen und Dominik Dober, Marion Jdanoff und weitere werden als Residents und Chronicler teilnehmen.
25. Sep, 2021 18:00
Gustaf-Gründgens-Platz
»Ökologie und Umgestaltung der Demokratie«

Vorträge

CORINE PELLUCHON | Warum hat die Berücksichtigung von Umweltfragen die Demokratie nicht verändert? Warum nehmen wir weiterhin Lebensstile an, die sowohl auf ökologischer als auch auf sozialer Ebene zerstörerische Auswirkungen haben? Das relative Scheitern der Umweltethik rührt vor allem daher, dass sie weder in der Lage war, die Ökologie mit einer Existenzphilosophie zu verbinden, noch den Weg zu einer möglichen Erneuerung der Demokratie aufzuzeigen. Man hat sich dieser doppelten Aufgabe zu stellen. Indem wir alles, wovon wir leben, nicht als bloße Ressourcen, sondern als Ernährung betrachten, denken wir an das Bewohnen der Erde als ein Zusammenleben mit anderen Menschen und anderen Arten. Die politischen Konsequenzen dieser Phänomenologie des Lebens und der Körperlichkeit werden aufgezeigt. Nachdem wir gezeigt haben, dass dies zu einem neuen Gesellschaftsvertrag führt, der die Tierfrage und die Ökologie in den Mittelpunkt der Republik stellt, werden wir auf den moralischen Dispositionen bestehen, die von den Subjekten verlangt werden, damit sie den Veränderungen in der Lebensweise zustimmen, die sich am Horizont des ökologischen Übergangs abzeichnen. Schließlich werden wir die Bedingungen der politischen und demokratischen Innovation spezifizieren, indem wir über die Art der erforderlichen Gouvernementalität sprechen und zeigen, dass eine Dezentralisierung der Demokratie dem Wunsch entspricht, die Politik ökologischer zu gestalten.
26. Sep, 2021 11:00
Düsseldorfer Schauspielhaus
»Sebastian Blasius: Absent Wolves«

Performances

Stimmen aus der Stadtgesellschaft Düsseldorfs treffen auf nomadische Praktiken treffen auf Anleitungen zur Wolfsjagd. Wir haben uns an die abwesenden Wölfe gewöhnt, als Resultat ihrer gezielten Ausrottung: Mit dem Sesshaftwerden des Menschen wurde der Wolf zu unserem Konkurrenten erklärt. Seiner natürlichen Jagdgründe beschnitten, drang er in die menschengemachte Ordnung ein, bediente sich am Nutztierbestand. Wer hingegen könnten wir sein, wenn wir ein anderes, nicht beherrschendes Verhältnis zu unserer Umwelt entwickelt hätten, in der auch der Wolf koexistieren könnte? Das Performanceprojekt experimentiert mit neuen Formen des Kollektiven und Nomadischen und bezieht Stimmen von Bürger*innen Düsseldorfs mit ein: Welche alternativen Weisen des In-der-Welt-Seins sind für sie vorstellbar? Wie lebt es sich ohne Wölfe? Das Projekt ist installativ angelegt, Zuschauer*innen können den Zeitpunkt ihres Kommens und Gehens zwischen 11 und 16 Uhr frei wählen.
26. Sep, 2021 13:30
Gustaf-Gründgens-Platz
»Demokratie, Kunst & Kapital«

Diskussion

ELA KAGEL | Eine Open Space-Diskussion zum öffentlichen Raum, Erhaltungsstrategien von Projekten und politischem Kapital in Düsseldorf / 13:30 - 16:00 Uhr Bei diesem Open Space geht es um Strategien der Selbstbehauptung in einer Zeit, in der öffentliche Räume eine bis dato unbekannte Form von Kommerzialisierung erfahren. Dies betrifft sowohl etablierte urbane Infrastrukturen wie Parks, Orte des Nahverkehrs, Straßen und Wege, aber auch informelle Räume, die als städtische Treffpunkte, inoffizielle Sportanlagen oder kreative Verstecke genutzt werden. Am Ende steht die Frage: Wie viel Freiraum bietet unsere Stadt eigentlich noch? „Freiraum“ steht hier für „freien Raum“, also Orte der Möglichkeit, in denen das Kapital noch nicht Einzug gehalten hat. Dieser Frage wollen wir am Beispiel von konkreten Projekten, Gebäuden und Initiativen in Düsseldorf nachgehen. Im Rahmen unseres Open Space werden wir vieles über Orte wie das Zentrum für Peripherie, die Filmwerkstatt, verschiedene Gartenprojekte oder die Planwerkstatt 378 erfahren. Wir werden eintauchen in Modelle der Selbstorganisation und Mitbestimmung und wir werden uns mit der Frage auseinandersetzen, welche Bedeutung diese Orte für das Gemeinwohl haben.
26. Sep, 2021 16:00
Gustaf-Gründgens-Platz
»Politik als Science Fiction: Die Zukunft der molekularen Revolution«

Vorträge

KATJA DIEFENBACH | Der Zyklus der Revolten und Aufstände der späten 1960er Jahre war von dem Paradox geprägt, in den Terminologien des Marxismus für intersektionale und minoritäre Befreiungs- und Transformationsszenarien einzutreten, die über den Horizont des Marxismus hinausführten. Vor allem Wert-, Klassen- und Zeitbegriffe erfuhren tiefgreifende Überarbeitungen, die Differenz, Kontingenz, Überdetermination und Ereignishaftigkeit in das Denken des Politischen einbrachten und dazu anregten, kapitalistische Ökonomien vor allem aus der komplexen Perspektive ihrer Reproduktion zu erörtern, die sich über das gesamte gesellschaftliche Territorium erstreckt. Dabei wurde Marx' dialektische Ineinanderfügung von Ökonomiekritik und Revolutionstheorie, in der die Arbeiterklasse als geschichtliches Subjekt stets an der Stelle zu finden war, zu der die Widersprüche der kapitalistischen Produktionsweise hintendierten, in kompliziertere Denkfiguren übersetzt. Unterschiedliche Fäden solch postmarxistischer Debatten aufgreifend, werden wir Ansätze diskutieren, die das Verhältnis von Kapital- und Lebenszeit, von Ökonomie und Begehren, Wert und Libido neu entwerfen. Dabei werden wir uns im Rahmen ausgewählter Stichproben auf neue Werttheorien in (Post-)Strukturalismus, Dekonstruktion und Black Studies konzentrieren. Gegen die sich mehrenden Vorwürfe, dass minoritäre Politiken identitäre Politiken seien, dass Politiken des Begehrens der Logik von Konkurrenz und Kommodifizierung unterlägen, debattieren wir über die Zukunft molekularer Revolutionen, in denen sich kein autonomes Ich oder Wir, das Eigentümer seiner Handlungen und seines Sinns sein will, mehr wird wiedererkennen können und Identifizierung und Kommodifizierung Formen ihres Scheiterns bzw. ihrer Reintegration darstellen. In diesem Sinne wird es um Handlungs- und Denkansätze eines sich fremd gewordenen, zu keinem vorgegebenen Sinn mehr zurückkehrenden, obdachlosen oder Xeno-Marxismus gehen, die wir probehalber unter dem Namen molekularer Revolution diskutieren werden.
27. Sep, 2021 18:00
Gustaf-Gründgens-Platz
»The Politics of Enunciation: Forms of We«

Vorträge

PETER OSBORNE | "Wenn das Subjekt der Politik immer ein 'Wir' ist, was sagt uns das über die Grenzen der politischen Kollektivität? Wie passen die Kollektive der Künstler und die Kollektivität des Kunstwerks selbst in dieses Bild?"
28. Sep, 2021 11:00
Start: Apfelmarkt am Wittenberger Weg
»Demokratie, Kunst & Kapital | Stadttour«

Aktionen

ELA KAGEL | Am Dienstag, den 28.09.2021 von 11-18 Uhr. Es können auch einzelne Etappen begleitet werden. // Im Nachgang zum Open Space wird es am Dienstag, den 28.09. noch die Möglichkeit geben, verschiedene Orte, die wir beim Open Space vorgestellt haben, zu besuchen: •Apfelmarkt am Wittenberger Weg, organisiert von Ute Reeh. Wir starten dort um 11 Uhr und nehmen dann beim Markt verschiedene Interview-Gelegenheiten für den Podcast wahr und schauen uns Arbeiten u.a. Naomi Rincón Gallardo an. •Ab ca. 15h werden wir dann an der Filmwerkstatt Düsseldorf sind, wo wir den Leiter der Filmwerkstatt Jan Wagner treffen können. •Von dort aus gehen wir weiter ca. 16 Uhr weiter zur Planwerkstatt 378, wo uns Harald Schwenk einiges über Flingern Süd und selbstverwalteten Projekten erzählen wird. •Zum Schluss werden wir dann die Planwerkstatt 378 anschauen und hoffentlich auch Kathrin Tiedemann von FFT Düsseldorf treffen. •Voraussichtliches Ende des Spaziergangs: 18h.
28. Sep, 2021 19:30
Gustaf-Gründgens-Platz
»Darf Geld nicht demokratisch sein?«

Vorträge

AARON SAHR | Über die Ideologie eines unpolitischen Tauschmittels // Gewohnheitsgemäß greifen wir in akademischen wie politischen Debatten auf ein traditionelles ökonomisches Geldverständnis zurück, in dem Geld als ein neutrales Werkzeug erscheint, ein Hilfsmittel, das den Austausch von Gütern auf Märkten erleichtert. Die Politik soll die Funktionalität dieses Werkzeuges zwar gewährleisten, sich aber ansonsten aus dessen Betrieb raushalten. Diese Ideal eines unpolitischen Geldes fußt auf einer Theorie, die Geld als Repräsentation vergangener Kreativität begreifen will – ein Geldbegriff, der streng genommen schon lange veraltet ist. Das Ideal eines unpolitischen Geldes wird so zur Ideologie, ein theoretisches Missverständnis, das demokratisches Gestaltungspotenzial versperrt.
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